Berufsgesetz für Transparenz, Patienten- und Rechtssicherheit

Appell der Osteopathischen Fachverbände:

Um endlich Transparenz, Patienten- und Rechtssicherheit im Osteopathiebereich zu schaffen, muss ein Berufsgesetz auf Bundesebene für alle Beteiligten installiert werden. Das unterstreichen die Verbände und Organisationen der nicht-ärztlichen Osteopathen in Deutschland,

• Akademie für Osteopathie (AFO) e.V.,
• Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO) e.V.,
• Bundesverband Osteopathie (BVO) e.V.,
• Deutsche Verband für Osteopathische Medizin (DVOM) e.V.,
• Register der Traditionellen Osteopathen (ROD) GmbH und
• Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V.

die die große Mehrheit aller in Deutschland tätigen Osteopathen vertreten und formulieren drei Kernforderungen:

1. Wichtigstes Ziel ist die Patientensicherheit und Transparenz. Es muss ein ausreichender Verbraucherschutz durch gesetzlich geregelte Ausbildungs- und Qualitätsstandards sichergestellt werden.
2. Ein Berufsgesetz schafft Rechtssicherheit für qualifizierte Osteopathen und minimiert Haftungsrisiken.
3. Ein Bundesgesetz schafft durch eine bundeseinheitliche Regelung Transparenz und Klarheit für die gesetzlichen Krankenkassen und sichert die verantwortbare Verwendung der Beitragsmittel ausschließlich für qualifizierte Osteopathen und qualifizierte Behandlungen – „Gute Osteopathie für gutes Geld“.

Der 2016 diskutierten Idee, Osteopathie mit 60 Stunden in die Ausbildung von Physiotherapeuten zu integrieren und lediglich auf ärztliche Verordnung zu praktizieren, liegt ein grundsätzlich falsches Verständnis von Osteopathie zugrunde. Osteopathie als eigenständige und ganzheitliche Medizinform mit eigener Diagnostik, Behandlung lässt sich in Art und Umfang nicht in die Physiotherapieausbildung „integrieren“ und ist nicht in einzelne Techniken zerlegbar, die delegiert werden können, betonen die Fachorganisationen und warnen davor, wirtschaftliche Interessen einzelner Fortbildungsanbieter in den Vordergrund künftiger Regelungen zu stellen.

Niemand gewinnt, wenn der Beruf des Osteopathen/der Osteopathin in die Physiotherapie integriert wird: Das Vorhaben zerstört unweigerlich die Physiotherapieausbildung und damit das etablierte Berufsbild des Physiotherapeuten. Gleichzeitig wird die Osteopathieausbildung nicht im erforderlichen Umfang möglich sein, sind sich die osteopathischen Organisationen sicher.

Hintergrund:
Osteopathie ist eine eigenständige Form der Medizin, die dem Erkennen und Behandeln von Funktionsstörungen dient. Die osteopathische Diagnose und Behandlung erfolgt ausschließlich mit den Händen. Der Patient wird in seiner Gesamtheit betrachtet. Osteopathie ist bei vielen Krankheiten sinnvoll und behandelt vorbeugend.

Pressemitteilung