| Dozent: | Michael Illouz D.O. (F) | |
| Veranstalter: | STILL ACADEMY Osteopathie GmbH | |
| Adresse: | Kath. Akademie Die Wolfsburg, Falkenweg 6, 454578 Mülheim a.d. Ruhr | |
| Anmeldung: | ... | |
Vor jeder Sitzung lernt der Therapeut, sein Nervensystem bewusst vorzubereiten: durch gezielte Beruhigung, bewusste Atmung sowie Erdung und Verwurzelung. Diese Vorbereitung fördert eine innere Ausrichtung, echte Verfügbarkeit und eine tiefe Aufmerksamkeit für den gegenwärtigen Moment.
Das innere Empfinden des Therapeuten wird dabei zu einer Informations- und Orientierungsquelle im therapeutischen Prozess. Dieses feine Wahrnehmen des eigenen Zustandes ermöglicht es, dem lebendigen Prozess des Patienten zuzuhören – nicht in einer Haltung des Handelns oder Korrigierens, sondern aus der Position eines neutralen, präsenten Beobachters.
In diesem Zustand kann der Therapeut in Resonanz mit der Lebenskraft des Patienten treten und die Selbstregulationsprozesse begleiten, ohne etwas aufzuzwingen.
Dieser Ansatz erfordert eine klare Intention, ein erweitertes Selbstbewusstsein sowie die Fähigkeit, sich von eigenen Spannungen, Erwartungen oder Projektionen zu lösen. Der Therapeut wird so zu einem bewussten Dreh- und Angelpunkt, von dem aus die Gewebeinformationen und dynamischen Prozesse auf natürliche Weise auftauchen können.
Es ist diese Vorrangstellung des Seins gegenüber dem Tun, die die biodynamische Berührung minimal, subtil und zugleich tief transformierend macht.
Arbeitsschwerpunkte der Stufe 2
Wir werden insbesondere vertiefen:
Allgemeines Ziel:
Die therapeutische Präsenz verfeinern, eine umfassende räumliche Wahrnehmung entwickeln und die Qualität der Beziehung zum Patienten vertiefen.
Tag 1 — Haltung des Praktikers: Stabilität und Verfügbarkeit
Ziel: Die Haltung des Praktikers zu einer stabilen Wahrnehmungsbasis entwickeln.
Nach Becker hängt die osteopathische Wahrnehmung von einem Zustand körperlicher und mentaler Neutralität des Praktikers ab (Becker, 1997).
Vormittag
1. Gravitative Organisation des Praktikers
2. Zentrum der Wahrnehmung
3. Haltung und Wahrnehmung
Übungen
Nachmittag
4. Neutralität des Praktikers
Neutralität bezeichnet einen Zustand, in dem der Praktiker keine korrigierende Absicht projiziert und für physiologische Prozesse verfügbar bleibt (Becker, 1997).
Praktische Arbeit:
5. Haltung am Behandlungstisch
Tag 2 — Vertiefte therapeutische Beziehung
Ziel
Die Qualität der Beziehung vertiefen, die dem System des Patienten Selbstregulation ermöglicht.
Becker beschreibt die therapeutische Beziehung als eine aufmerksame und respektvolle Präsenz gegenüber dem physiologischen Prozess (Becker, 1997).
Vormittag
1. Ebenen der Beziehung
2. Aufmerksamkeit und Wahrnehmung
Unterschied zwischen:
Diese Unterscheidung wird in der biodynamischen Lehre häufig hervorgehoben (Jealous, 2004).
Übungen
Nachmittag
3. Anpassung der Beziehung
4. Beziehung und Sicherheit
Eine Umgebung schaffen, in der sich das System des Patienten ausdrücken kann.
Tag 3 — Der Raum
Ziel
Die Wahrnehmung von Raum und globalem Feld entwickeln.
Jealous beschreibt die Bedeutung, den Körper des Patienten in einem größeren globalen Feld wahrzunehmen, das über den unmittelbaren Kontaktbereich hinausgeht (Jealous, 2004).
Vormittag
1. Der körperliche Raum
2. Der relationale Raum
Übungen
Nachmittag
3. Der therapeutische Raum
Integration von:
4. Supervidierte vollständige Sitzung
Jeder Teilnehmer führt eine vollständige Behandlungssitzung durch:
Supervision und Analyse.
Erwartete Ergebnisse
Am Ende des Seminars sollte der Praktiker:
Pädagogische Struktur für erfahrene Teilnehmer
80 % praktische Arbeit
20 % klinische Diskussion