Die osteopathische Szene kommt nicht zur Ruhe

Nach dem Urteil des OLG Düsseldorf (Az.I-20 U 236/13 vom 08.09.2015), das viel Staub aufgewirbelt und für Verunsicherung der Physiotherapeuten unter den Osteopathen gesorgt hat, hat jetzt auch das Bayer. Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sich am 04.01.2016 mit einer Stellungnahme zur Ausübung der Osteopathie zu Wort gemeldet.

Wie auch im Urteil des OLG Düsseldorf verweist das Ministerium darauf, dass die Osteopathie zur Heilkunde zählt und somit nicht von Physiotherapeuten ausgeübt werden darf. Weiter vertritt das Ministerium die Auffassung, dass es weder berufsrechtlich noch praktisch möglich ist, Osteopathie in mehrere selbständige „Unterarten“ – parietale, viszerale und kraniosakrale Osteopathie - aufzugliedern. D.h. für Physiotherapeuten: sie dürfen auch keine parietalen osteopathischen Techniken anbieten. Die Verordnung eines Arztes ändert nichts an dieser Tatsache.

Das Bayer. Staatsministerium für Gesundheit und Pflege vertritt ganz klar die Rechtsauffassung, dass für die Ausübung der Osteopathie die allgemeine Heilpraktiker-Erlaubnis erforderlich ist.

Aufgrund dieser Entwicklung raten wir allen Physiotherapeuten der BAO Therapeutenliste sich möglichst bald der Heilpraktiker-Überprüfung zu stellen.

Als positiven Aspekt dieser Entwicklung sieht der Vorstand der BAO in der Stellungnahme des Bayer. Ministeriums die klare Absage an die Forderung einiger Physiotherapieverbände, Osteopathie als Weiterbildung für Physiotherapeuten zu degradieren.

Wir wünschen Ihnen und uns weiterhin viel Kraft für diesen oft steinigen Weg hin zum eigenen Berufsbild Osteopathie.

Der Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie e.V.